
Bachelor Thesis
„Strategische Wege zum Zero-Waste-Modedesign" — meine Bachelorarbeit untersucht, wie Zero-Waste-Modedesign (ZWMD) von einer Nischenpraxis in die Mainstream-Modeindustrie überführt werden könnte. Die Forschung konzentriert sich auf eine zentrale Spannung: Traditionelles Zuschneiden von Kleidungsstücken verschwendet bereits vor dem Verkauf etwa 15 % des Stoffes, und die Arbeit geht der Frage nach, was nötig wäre, um das zu ändern.
Die Forschung identifiziert zwei Hauptkategorien von Hindernissen — externe wie Globalisierung, mangelnde Transparenz und den wirtschaftlichen Druck der Fast Fashion, sowie interne wie die Komplexität des Gradierens von Schnitten in verschiedene Größen und den zeitaufwändigen Charakter des Zero-Waste-Konstruierens. Außerdem wird untersucht, wie 3D-Software wie CLO 3D zunehmend als praktisches Werkzeug eingesetzt wird, um Zero-Waste-Schnittmuster schneller und zugänglicher zu machen.
Drei Marken dienen als Fallstudien: Patagonia (transparent, zirkulär, massenmarkttauglich), Stella McCartney (Luxus, Materialinnovation) und zerowastedaniel (vollständig Zero-Waste, kleiner Maßstab). Jede zeigt einen anderen, aber lehrreichen Weg auf.
Der praktische Teil ist meine eigene Kollektion ONE IN 10 — elf Kleidungsstücke, entworfen mit Zero-Waste-Schnittmustern und Deadstock-Stoffen, inspiriert von der Erfahrung, mit Endometriose zu leben. Die Kollektion zeigt, dass Abfall durch durchdachtes Schachteln von Schnittteilen und gezielte Materialauswahl drastisch reduziert werden kann — in manchen Fällen auf nahezu 0 % — ohne dabei die kreative Vision einzuschränken.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass eine breitere Übernahme in der Industrie möglich ist, jedoch eine Kombination aus stärkerer EU-Regulierung, Reformen in der Designausbildung, Branchenförderung und einem Wandel in der Konsumkultur erfordert.
